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2007-03-04

Dissent–Treffen in Hamburg: Scharfe Kritik an Hinhaltetaktik der Polizei

CampInski

Pressegruppe

Carl Kemper

0179-3764812

g8-presse@nadir.org



Hamburg, 4. März 2007

Scharfe Kritik äußerten am Wochenende AktivistInnen des Dissent-Netzwerkes (www.dissentnetwork.org) an der Hinhaltetaktik der Behörden in den Vorbereitungen zum G8-Gipfel vom 6.-8. Juni in Heiligendamm. “Hier wird Widerstand unmöglich gemacht. Es gibt seit einiger Zeit Anmeldungen für Kundgebungen, Infopunkte und Demonstrationen”, heißt es auf der Abschlussveranstaltung des Dissent! Netzwerkes in Hamburg am Wochenende. “Keine der angemeldeten Aktionen ist verboten. Bisher liegen jedoch auch keine Gesprächsangebote der zuständigen Behörden für die konkrete Durchführung vor. Hier zentriert und entscheidet sich alles über die Polizeieinheit Kavala,” so Dieter Rahmann aus der Verhandlungsgruppe. Wer sich die G8 einlade, der lade sich auch den Widerstand ein, das sei allen Beteiligten schon seit langem klar. Das Bündnis rief alle emanzipatorischen Gruppen, die gegen das Treffen mobilisieren, auf, gegen diese Verhältnisse zu protestieren.

Besonders kritisiert wurde außerdem der Umgang mit den Verhandlungen für mehrere Protestcamps rund um Heiligendamm. “Es werden mehrere zehntausend DemonstrantInnen aus aller Welt erwartet. Wir wollen dafür sorgen, dass sie untergebracht werden,” so Rahmann weiter. In dieser Woche finden noch zwei Gespräche statt. Danach wird entschieden, wie es weitergeht.

Die Camp-Verhandlungsgruppe nimmt von dem Treffen in Hamburg die Aufforderung mit, die Gespräche in der kommenden Woche abzubrechen. Stattdessen fordern die Delegierten in Hamburg die Arbeitsgruppe Camping auf, jetzt mit Vorbereitungen für Plan B zu beginnen. Hierunter verstehen sie, die Übernachtung der GipfelgegnerInnen notfalls durch eine Besetzung öffentlicher Flächen wie Grünanlagen, Parks und andere Flächen in Wald und Feld sicherzustellen. “Plan B bedeutet für uns, uns auf unsere eigene Organisationsfähigkeit zu konzentrieren und keine weitere Energie in Verhandlungen zu stecken, die nur eins bedeuten: den legitimen Widerstand gegen den G8 Gipfel auszubremsen”, heißt es in der Erklärung aus Hamburg.