Pressemitteilungen  
print
2006-12-04

"Gipfelgegner kritisieren Privatisierung Heiligendamms"

Pressemitteilung Gipfelsoli Infogruppe 4. Dezember 2006

Gipfelsoli Infogruppe:
Weniger Privilegien für Jagdfeld und G8

Heiligendamm muß öffentlich zugänglich bleiben
Gipfelgegner kritisieren Privatisierung von Heiligendamm

Am Mittwoch findet in Bad Doberan die turnusmäßige Stadtvertreterversammlung statt. Tagesordnungspunkt: Der Verzicht auf den Stichweg zwischen Bahnhof und Strand in Heiligendamm. So jedenfalls wünscht es die „Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm“ (ECH). Die ECH verwaltet den Beteiligungsfonds des Hotels Heiligendamm für FUNDUS. Betrieben wird das Hotel von Kempinski. Kempinski unterhält z.B. auch das Adlon Hotel Berlin.

Wegeplan Heiligendamm

Seit Jahren kämpft FUNDUS für die Privatisierung des öffentlichen Raums im traditionsreichen Seebad.
Jagdfeld, Eigentümer von FUNDUS, geriet in die Schlagzeilen wegen krimineller Anlagebetrugsfälle. Jagdfelds Sprecher Beerman behauptete mehrmals, die baufälligen Villen in Heiligendamm würden 2006 renoviert. Passiert ist nichts.

„FUNDUS und die Landesregierung sollen erklären, was mit Millionen von Fördermitteln für die Sanierung des Gesamtkomplexes passiert ist“, kritisiert Mandy Hartmann von der Gipfelsoli Infogruppe.

Die ECH nutzt den Wirbel um den Bau eines Sicherheitszaunes anlässlich des G8 2007. Der Zaun soll land- und seeseitig jeweils 13 km lang sein und kostet insgesamt rund 20 Mio. Euro. Angesichts solcher Dimensionen hofft die ECH, die Sperrung des Stichweges unbemerkt durchwinken zu lassen.

„FUNDUS soll wissen, dass die Privatisierungsbemühungen nicht unbemerkt bleiben“, sagt Adam Jones von der Gipfelsoli Infogruppe.

Die ECH argumentiert für die Sperrung, da sich Hotel-Gäste gestört fühlten.
Offensichtlich kalkuliert Jagdfeld, dass ein Teil des Zaunes nach dem G8 stehen bleibt.

„Hier bildet sich der G8-Konflikt im Kleinen ab“, sagen Gipfelgegner. „Die Gesellschaft subventioniert die Ferien eines kleinen Teils der Bevölkerung. Die reichen Touristen wollen von der Öffentlichkeit jedoch möglichst wenig mitbekommen“, so Andrea Brigante von der Gipfelsoli Infogruppe.

Ebenfalls Mittwoch findet in Schwerin die Sitzung zum Nachtragshaushalt für den G8-Gipfel statt. Dort sollen weitere Zuschüsse des Landes für den G8-Gipfel beschlossen werden.

„G8-Gipfel sind wie Luxus-Hotels ein Vergnügen für diejenigen, die ohnehin zu viele Privilegien haben“.

Im Dezember werden die Kosten für den G8 in St. Petersburg veröffentlicht. Bisher wurde die Zahl von 300 Mio. Euro verlautbart. Dafür verfügt der Konstantin-Palast nun über 60 Elektro-Caddies.

[Andrea Brigante, Adam Jones, Mandy Hartmann]

Quellen:

Beermann zur Renovierung der ‘Perlenkette’ | Informationen zur Privatisierungspolitik von FUNDUS | Offizielle Angaben der russischen Gipfelkosten

links:

external link www.badespasz.tk  [Ausführlicher Pressespiegel rund um Heiligendamm]
external link www.badespasz.tk  [Ausführlicher Pressespiegel rund um Heiligendamm]

Images:

Wegeplan Heiligendamm
/