Home » Heiligendamm 2007 » Texte davor  

 Recent

Watch also...



print
2007-05-21

Redebeitrag/Aufruf der NoG8 Gruppe Kiel: Join THE G8 SUMMIT!

Redebeitrag/Aufruf der NoG8 Gruppe Kiel auf der Kundgebung gegen den G8 Gipfel am 19. Mai 2007 in Kiel

die besten Partys sind die, zu denen Mensch nicht eingeladen ist

Wir stehen kurz vor Ende der seit fast zwei Jahren andauernden Mobilisierungs- und Planungsphase gegen den diesjährigen Gipfel der sieben größten Industriestaaten und Russlands in Heiligendamm, Mecklenburg-Vorpommern. Viele Gruppen und Organisationen, von der radikalen Linken bis zu bürgerlichen GlobalisierungskritikerInnen, haben sich gegen den Gipfel und seine Bedeutung ausgesprochen und weltweit zu Protesten aufgerufen. In den letzten Tagen hat auch in Kiel der öffentlich sichtbare Protest gegen den G8-Gipfel begonnen, kurz vor der heißen Zeit der internationalen Proteste und des Widerstandes rund um Heiligendamm. Die massenhaften Razzien, am Mittwoch den 9. Mai, gegen GipfelgegnerInnen, mit dem Ziel, den Widerstand einzuschüchtern und als „terroristisch“ zu diffamieren, hatten weltweit spontane Solidaritätsdemonstrationen zur Folge und haben den Widerstand breit in den Massenmedien sichtbar werden lassen.
Aus allen Teilen der Welt werden Menschen nach Mecklenburg-Vorpommern kommen um ihre Ablehnung gegenüber der zerstörerischen Politik der G8-Staaten und ihre Wut auf die unterdrückerischen Verhältnisse des globalisierten Kapitalismus zum Ausdruck zu bringen. Und auch aus Schleswig-Holstein machen sich hoffentlich Viele mit uns zusammen auf den Weg in die Region, um den G8-Gipfel zum Desaster werden zu lassen. Gründe dafür gibt es massenhaft; in den vielen Aufrufen machen die unterschiedlichen mobilisierenden Spektren an verschiedensten Themen ihre Kritik am herrschenden System im Zusammenhang mit der Politik der G8 fest, die Anlass bieten in der ersten Juniwoche blau zu machen und die Verhältnisse in Heiligendamm gemeinsam mit vielen Anderen zum Tanzen zu bringen.

RAF

Uns geht es bei den Aktionen gegen den G8 Gipfel um eine grundsätzliche Kritik an den bestehenden Verhältnissen und eine klare und entschiedene Ablehnung aller Formen von Ausbeutung und Unterdrückung. Die G8 Staaten führen alle Krieg, fördern oder deckeln Folter und alle G8 Staaten betreiben eine Politik der Sozialkürzungen. Auf ihren Gipfelkonferenzen spielen sich die Regierungschefs mit tatkräftiger Unterstützung durch angebliche „Globalisierungskritiker“, wie Bono, Geldorf und Grönemeyer als Retter der Welt auf. Dass das eine einzige Verarsche ist, wissen sie selber. Denn ihre Politik, nur um ein Beispiel von vielen zu nennen, sorgt für steigende Armut und anschwellende Konflikte (mit deren Folgeerscheinungen wie Krankheiten und Hunger) in den Ländern des Trikonts, sowie die daraus entstehenden Migrationsbewegungen in die Industriestaaten. Die G8-Staaten sind dabei gleichzeitig verantwortlich für den Ausbau der Festung Europa, dafür, dass täglich Menschen sterben bei dem Versuch in die reichen Länder des Nordens zu kommen, auf der Flucht vor Vertreibung, Krieg und Unterdrückung. Auch führen die G8-Staaten und ihre Verbündeten ihren so genannten globalen „Krieg gegen den Terror“, unter dessen Vorwand in vielen Ländern offen und verdeckt militärisch gegen potentielle „Feinde“ und angebliche Terroristen vorgegangen wird. Dass dabei auch immer wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen ist schon lange kein Geheimnis mehr. Verbunden damit verschärfen die reichen Industriestaaten im Namen der „inneren Sicherheit“ ihre Überwachungs- und Repressionsmethoden.
Für ihre konkrete Politik brauchen die Regierungen diese Gipfeltreffen nicht unbedingt, sie dienen einzig und allein der öffentlichen Präsentation und Zurschaustellung ihrer Macht und der angeblichen Alternativlosigkeit zum globalen Kapitalismus – und treffen tun sich die Regierungschefs sowieso ständig auf verschiedensten anderen Konferenzen.
Das Problem sind nicht allein der Club „G8“ oder die G8 Staaten. Das Problem ist der Kapitalismus und die Herrschaft, also Bevormundung, Zwang, Kontrolle, Geschlechterrollen, Gewalt und Ausbeutung. Wenn die weltweite Mobilisierung gegen den Gipfel erfolgreich ist und dieser effektiv verhindert oder blockiert wird, wäre das ein schöner Punktsieg. Aber damit wäre selbstverständlich nicht alles Übel auf der Welt beseitigt. Wir haben auch nicht das Patentrezept oder den Fahrplan wie die Menschen aus der riesigen Soße herauskommen können. Wir wissen aber, dass Apelle und Wahlen gar nichts ändern. Wir setzen auf die soziale Revolution, als einen Prozess in dem Bosse gefeuert, Lohnarbeit abgeschafft, Hierachien beseitgt, die bürgerliche Kleinfamilie abgeschafft, in dem PolitikerInnen und BürokratInnen ihres Jobs enthoben werden und der gesellschaftliche Reichtum angeeignet und kollektiviert wird. Wir wollen eine Welt ohne Unterdrückung: Wo immer wir auf Antisemitismus, Rassismus oder Sexismus oder andere Unterdrückungsmuster treffen, werden wir diesen entschieden wirken. Wir haben keinen Bock auf Nationalfahnen oder Mao-Bilder!
Nazis haben bei den Protesten gegen den G8 Gipfel nichts zu suchen! Rechten Kräften muss nicht nur bei den G8 Protesten, sondern auch im Alltag entschlossen entgegengetreten werden. Nationalismus, Volkstümelei oder die Sehnsucht nach einem starken Staat sind selbstverständlich keine emanzipatorischen Politikansätze oder gar ernsthafte Alternativen zum globalen Kapitalismus. Deshalb rufen wir dazu auf, am 2. Juni sowohl kraftvoll bei der internationalen Großdemonstration in Rostock präsent zu sein, als auch die antifaschistischen Aktionen gegen den geplanten Aufmarsch von Neonazis in Schwerin zu unterstützen. Der Widerstand gegen den Gipfel kann nur erfolgreich sein, wenn sich über den gesamten Zeitraum der Aktionstage und des G8-Gipfels möglichst viele widerständige Menschen in der Region aufhalten. Deshalb laden wir euch dazu ein, mit uns zusammen auf dem Camp in Reddelich eine gemeinsame Camp-Area zu organisieren, einen Anlaufpunkt wo wir Leute treffen die wir kennen und wo unsere Schlafplätze sind. Kommt in die selbstorganisierten Camps vom 1.-8. Juni, und organisiert zusammen mit uns den gemeinsamen Widerstand!
Beteiligt euch an der internationalen Demonstration am 28.Mai gegen den EU+Asien Gipfel in Hamburg. Leistet Widerstand gegen den G8 Gipfel und lasst auch danach nicht locker! Für massive, massenhafte und dezentrale Blockaden und Aktivitäten in der Gegend rund um Heiligendamm und Rostock während der Gipfeltage! Für einen starken Sternmarsch am 7. Juni – trotz Verbot! Auch wenn Bullen und Behörden versuchen, unseren Protest und unseren Widerstand mit Verboten, Allgemeinverfügungen und durch die Krimialisierung von Kritik zu verhindern… Wir lassen uns nicht einschüchtern und wir lassen es uns nicht verbieten Dagegen-zu-Sein!! In dieser Welt können wir nur dagegen sein. Denn, unser Ziel ist eine befreite Gesellschaft, als freier Zusammenschluss freier und gleicher Menschen!

smash the g8 summit! dem kapitalismus den kampf ansagen! für die globale soziale revolte! für eine herrschaftsfreie welt!
nog8 gruppe Kiel, Mai 2007


Images:

RAF
/