2007-04-22 

Fight G8! Fight Capitalism!

Vom 06.-08 Juni 2007 werden sich die Regierenden der G8- Staaten in Heiligendamm im Nordosten der BRD treffen. Hinter einer 12 Kilometer langen Sperranlage, beschützt von Tausenden PolizistInnen und SoldatInnen werden sie versuchen, ein Bild von Transparenz und Verantwortlichkeit in Bezug auf die momentane soziale, politische und ökonomische Weltordnung zu demonstrieren.
Der Farce dieses Gipfels wird auf der Außenseite des Zaunes auf ein teilweise kaum weniger trauriges Bild treffen. Ein Kessel Buntes aus NGOs, Gewerkschaften, Parteien und Persönlichkeiten wird dort ausharren und den Mangel an Transparenz beklagen, über den Schuldenerlass für die "Dritte Welt" reden, oder ein "europäisches soziales" statt des "bösen neoliberalen" Modells des Kapitalismus fordern.
Und über allem wird die Forderung nach einem Platz am Tisch schweben, um eine bessere oder transparentere Verwaltung von Elend und Ausbeutung zu garantieren. Zusammengefasst, um einen "gezähmten Kapitalismus" zu kreieren.
Wir, Linksradikale aller Lager und Fraktionen, reisen aus einem anderen Grund an den nordöstlichen Zipfel der BRD...
Wir haben kein Interesse an einem Platz am Tisch des Kapitalismus, oder daran, der in sich verkehrten Gesellschaft ein menschliches Antlitz zu verpassen. Wir wissen, dass es kein richtiges Leben im falschen Ganzen gibt, kein besseres Sein in einer albtraumhaften Realität. Unsere Utopie ist eine andere, es ist die Vision einer solidarischen Gesellschaft, die auf Zusammenarbeit und nicht auf Konkurrenz beruht, in der Menschen nicht der Früchte ihrer Arbeit beraubt werden, in der Entscheidungen, die alle angehen, auch von allen getroffen werden. Darum interessiert uns in erster Linie eins: wir wollen den Tisch umwerfen.
Ereignisse wie der G8 Gipfel sind, wenn auch nur symbolisch, die Möglichkeit zu zeigen, dass wir nicht ruhig zusehen werden, wie der Kapitalismus als Krieg gegen uns alle geführt wird.

Plakat

Die aufrührerischen Momente der Mobilisierungen nach Amsterdam, Prag, Seattle, Neapel, Quebec, Genua oder Thessaloniki sind bloß Bilder und Momentaufnahmen der permanenten Auseinandersetzungen, die den Klassenkampf und den Kampf für die soziale Revolution sowie gegen rassistische und sexistische Unterdrückung ausmachen. Wenn die Vorstädte der französischen Metropolen brennen, wenn ganze Stadtviertel überall auf der Welt unregierbar werden, dann werden die Widersprüche dieser menschenverachtenden Realität als Risse offensichtlich. Wenn es der Linken gelingt, in diese Widersprüche politisch zu intervenieren, dann können diese Risse Teil eines progressiven, gesellschaftlichen Bruches bilden. Tag für Tag wird dieser Kampf durch Demonstrationen und militante Aktionen sichtbar, In Nordamerika, wenn der Besitz jener brennt, die die Erde für ihren Profit zerstören, bei Studierenden- und ArbeiterInnenaufständen in Buenos Aires und La Paz oder in Nordeuropa, wenn die Jugend in den Straßen Kopenhagens revoltiert, um ihr Recht auf selbstgewählte Formen des Lebens zu verteidigen.
Es ist derselbe Kampf innerhalb und außerhalb der Knäste, gegen die Folter- und Isolationsprogramme, die sich gegen politische Gefangene richten (wie F-Typ Zellen in der Türkei oder das FIES Programm des spanischen Staates) und für die Befreiung der Gefangenen aus RAF oder Action Directe, der marxistischen griechischen Genossen im Hungerstreik, von Gefangenen der indigenen oder schwarzen Befreiung in den USA, wie aller gefangenen Revolutionäre... Es ist der Kampf, der die Metropolen von Paris bis Athen durchzieht, der Kampf zwischen den Ausgeschlossenen und denen, die ausschließen. Er wird sicherlich nicht immer geführt, wie wir uns das wünschen und vorstellen, aber es ist nichts desto trotz das Zeichen des kommenden Bruchs mit dieser Gesellschaft. Die Aufgabe einer revolutionären Linken muss es sein die Risse, die die gesellschaftliche Realität durchziehen aufzuzeigen und zu intervenieren!
Selbstverständlich ist der G8- Gipfel lediglich ein Symbol, ein konkretes Bild eines abstrakten sozialen und ökonomischen Modells. Kurz gesagt, der Gipfel selbst ist als eine theatralische Botschaft konzipiert. Aber eine Botschaft ist auch das, was wir ihnen schicken werden! Wir kommen aus verschiedenen politischen und sozialen Umfeldern, wir haben verschiedene Hintergründe und Perspektiven, genauso wie taktische und strategische Konzepte. Doch genau deshalb ist dieser Gipfel eine Möglichkeit Kontakte und Netzwerke mit GenossInnen aus der ganzen Welt zu knüpfen. Und während dieses Prozesses werden wir die Chance nutzen den Regierenden und der Welt die Macht unserer Solidarität und Wut zu demonstrieren. Die Stellvertreter und Regierenden werden sehen, dass wir uns weder vertreten noch regieren lassen - und dabei wird uns kein Zaun stoppen können!
No Other World is possible with Capitalism!
Make Capitalism History!
G8 Blockieren, auf allen Ebenen, mit allen Mitteln!

[http://www.puk.de/ali/index.php?option=content&task=view&id=245]

Plakat
/
Plakat
/