2007-03-12 

Camp-AG von Polizei kontrolliert, Autos durchsucht

Eine Gruppe der Camp-AG ist bei der Besichtigung der potentiellen Camp-Fläche in Reddelich von 50 BeamtInnen der Polizei erwartet worden. Die AktivistInnen wurden kontrolliert und ihre Personalien aufgenommen. Weiterhin wurden ihre Fahrzeuge durchsucht.

Die besichtigte Fläche war zuvor von der Polizei publicityträchtig als “unbedenklich” eingestuft und großmütig für die Einrichtung eines Camps “freigegeben” worden.

Die Kontrolle stellt damit einen Einschüchterungsversuch dar. Bis dato hat die Polizei keinen dafür Grund angegeben. Es habe sich nicht um Schikane, sondern “nur um eine Identitätsfeststellung gehandelt”. Ein Camp-Sprecher dazu treffend: “Beim nächsten Mal ist Feierabend”.

G8-Gegner kritisieren Behinderungen durch Polizei

Rostock (dpa) Zwischen der Polizei und den Planern von Camps für Gegner des G8-Gipfels in Heiligendamm Anfang Juni wird der Ton immer schärfer. Bei der Besichtigung eines möglichen Campplatzes in Reddelich (Kreis Bad Doberan) gstern seien sie von der Polizei behindert worden, beklagten die Camp-Organisatoren heute in Rostock.

Zudem seien sie ohne Grund von mehr als 50 Polizisten gestoppt und kontrolliert worden. Die Campplaner wollten sich dies nicht mehr gefallen lassen und nötigenfalls die Gespräche mit der Polizei einstellen. „Beim nächsten Mal ist Feierabend“, sagte Lutz Schiefelbein von der Camp AG.

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NDR: G8-Gegner in Heiligendamm: Schikane durch die Polizei?

Die in der Gruppe Camp AG vertretenen Gegner des G8-Gipfels in Heiligendamm haben sich am Montag über angebliche Behinderungen durch die Polizei während der Besichtigung eines möglichen Campingplatzes in Reddelich (Kreis Bad Doberan) beschwert. Ohne Grund seien sie zunächst observiert und dann von mehr als 50 Polizisten gestoppt und kontrolliert worden. Die Planer des Camps wollten sich das nicht mehr gefallen lassen und nötigenfalls die Gespräche mit der Polizei einstellen, so Lutz Schiefelbein von der Camp AG: “Beim nächsten Mal ist Feierabend.”

Ein Sprecher der G8-Polizei “Kavala” wies die Vorwürfe der Camp AG als falsch zurück. Es habe sich nur um eine Identitätsfeststellung gehandelt. Von einem einzelnen Polizeibeamten sei nicht zu erwarten, dass er sein Gegenüber jederzeit persönlich kennen müsse.

Streit um zu kleine Campingplätze

Bereits am Sonntag hatten sich die Campplaner unzufrieden über einen an der Westgrenze Rostocks angebotenen Campplatz geäußert. Die Fläche in Lambrechtshagen sei anstelle der gemeldeten zehn Hektar lediglich zwei Hektar groß, bemängelte die Camp AG. Davon wiederum sei nur ein Hektar nutzbar. Die Fläche würde nur Platz für etwa 400 Menschen bieten. “Es ist nicht sinnvoll, den Landkreis mit mehr als 50 Kleinstcamps für die Unterbringung der Demonstranten zu überziehen. Das gibt nur logistische Probleme”, sagte der Sprecher der Camp AG, Dieter Rahmann.

Endgültige Entscheidung steht noch aus

Die Polizei hatte am Freitag mitgeteilt, dass den Gegnern des G8-Gipfels nach Unterkunftsmöglichkeiten in Bützkow und Reddelich noch eine weitere Camp-Möglichkeit auf einer Fläche in Lambrechtshagen zur Verfügung gestellt werden solle. Die Polizei, der Landkreis Bad Doberan und das zuständige Amt Warnow-West hätten das private Areal als Campplatz gebilligt. Eine endgültige Entscheidung über den Standort ist den Angaben zufolge aber noch nicht gefallen. Das Camp in Reddelich soll etwa 3.000 Menschen Platz bieten, das in Bützkow soll 15.000 beherbergen können. Gipfelkritiker hatten dem Polizeistab eine Liste mit 35 möglichen Standorten zur Einrichtung von Camps vorgelegt. Der Chef der G8-Polizeitruppe Kavala, Knut Abramowski, hatte die Region um Lambrechtshagen zunächst noch als problematisch für die Ausweisung eines Camps erachtet. Zum G8-Gipfel vom 6. bis zum 8. Juni in Heiligendamm werden rund 100.000 Gipfelkritiker erwartet.

Stand: 12.03.2007 13:55

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