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17.06.2007

Good Bye Convergence Centre - Rostock

Das Convergence Centre – Rostock war, wie der Name schon sagt, während der Protesttage ein Ort des Zusammenkommens, sich austauschens und sich informierens. Gleichzeitig war es auch ein Ort des Arbeitens in zumeist sehr angenehmer Atmosphäre mit spannenden und bunten Leuten aus vielerlei Ländern. Es war vor allem auch ein Ort, wo das „andere Leben“ temporär möglich war und gelebt wurde.
Dieses andere Leben, welches auf strukturelle Hierarchie verzichtet und das auf Selbstverantwortung und Eigeninitiative aufbaut .
Der Traum eines freien anarchistischen Lebens, das keiner Gesetze von außen bedarf, weil alle in gegenseitiger Rücksicht miteinander leben, lag spürbar in der Luft.
Das ist vor allem der CC-Crew zu verdanken, die bis an ihre Energiereserven gegangen ist um diesen Space aufzubauen und zu halten.

Leicht war das keinesfalls, da sehr unterschiedliche Charaktere allein innerhalb der Crew zusammenkamen und erst recht als zunächst die anderen Gruppen und dann die ersten Gipfel-Gäste aus dem In- und Ausland herbeiströmten.
Zudem gab es vor und während der Gipfeltage die mindestens latent präsente Gefahr eines Angriffs durch Nazis aus der Mecklenburgischen Region, u.a. aus dem nahe gelegenen Rostock-Lichtenhagen, welches durch die Progrome gegen das Asylbewerberwohnhaus 1992 bekannt wurde 

„The Truth lies in Rostock“, Info: http://de.indymedia.org/2006/09/157634.shtml – Download: http://video.indymedia.org/de/2006/06/392.shtml).

Auch die manchmal sehr schlagartige Polizeipräsenz im Vorgarten trug nicht gerade zur Entspanntheit bei, da diese doch sehr martialisch auftraten und dann nicht zu wissen meinten, wie die Mietverhältnisse denn wirklich wären und immer wieder zu vergessen schienen, dass auch die Wiese zum Privatgrundstück gehört…
Inwieweit mensch die nächtlichen Kurzbesuchen mehrerer Einsatzwägen auf dem benachbarten Busparkplatz und auch die mehrstündige „Belagerungen“ des Geländes, bei denen jede/r der/die rein- und raus ging kontrolliert wurde (Personalien und Suche nach „gefährlichen Gegenständen“ – http://www.g8-tv.org/topic.php?play_id=1730&clipId=226) einfach so hinnehmen muss, sei mal dahingestellt.
Aber das gehörte offensichtlich zum „normalen“ Ausnahmezustand dieser Tage in Rostock. Wohl ein kleiner Vorgeschmack dessen, was in einer immer stärker zur Militarisierung neigenden Gesellschaft noch auf uns zukommen wird.

Mit dem Convergence Centre wurde auf jeden Fall ein konstruktiver Gegenentwurf aufgezeigt und temporär gelebt, und ich bin sicher, dass jede/r der hier vorbeikam viel gelernt und ihr/sein Stück dessen im Herzen mitgenommen hat.

Denjenigen, die diesen Ort mitgestaltet und gehalten haben, mag ich hiermit auf jeden Fall Danke sagen und eine gute weitere Reise auf den Spuren eines freieren Lebens wünschen.

Was mit dem Gebäude an sich passiert (ist) weiß ich nicht, würde mich aber interessieren, wenn’s jemanden gibt, der/die da was zu berichten weiß, der/die möge berichten…
Ursprünglicher Plan von Seiten der Stadt war, es abzureißen.
Vielleicht gibt es aber auch Menschen die den Ort als solchen erhalten wollen und können? Wenn nicht hier, dann anderswo & überall :-)

„Human diversity is a resource, not a handicap.“

“Never doubt that a small group of committed people can change the world. Indeed, it’s the only thing that ever has.”

Quotes by Margaret Mead

[http://de.indymedia.org/2007/06/185207.shtml]