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2009-04-02

Augenzeugenbericht zum Todesfall in London

Während des Kessels vor der Bank von England kam es zu einem Todesfall. Während die kommerzielle Presse - in Deutschland vor allem der Spiegel - schon frühzeitig wilde Spekulationen betrieb und die Polizeimeldungen als Fakten präsentierte hat sich das Team des imc-london-dispatch aufgemacht, Augenzeugen zu suchen und sich ein klareres Bild der Lage zu machen und Gerüchten keinen Raum zu bieten. Nach der gründlichen Recherche konnten genügend Augenzeugen gefunden werden, darunter auch welche, die namentlich der Öffentlichkeit Rede und Antwort stehen.

Ein erstes Video mit Interviews mit Augenzeugen ist inzwischen unter https://london.indymedia.org.uk/videos/1023 abrufbar. Hier die Übersetzung der Stellungnahme von IMC-London zu dem Vorfall
Augenzeugenbericht london.imc http://london.indymedia.org.uk/articles/1019

Verschiedene TeilnehmerInnen der Demonstrationen in London am 1. April sind Zeuge geworden des Zusammenbruchs des Mannes, der später von den Autoritäten als Ian Tomlinson identifiziert wurde. Vier verschiedene Studierende der Universität wurden Zeugen des
Zusammenbruchs von Mr. Tomlinson. "Er stolperte uns entgegen aus der Richtung in der Polizei und Protestler standen und kollabierte", sagt Peter Apps. "Ich sah eine Demonstrantin die der zusammengebrochenen Person erste Hilfe gab. Der Mann war in den späten 40ern, hatte Tattoos an seiner Hand und trug ein Millwall-Shirt."

Während eine Person dem Mann mit erster Hilfe versuchte zu versorgen riefen andere Demonstranten mit einem Megaphon nach der Polizei, dass sie ihnen helfen soll.

Natalie Langford, Studentin an der Queen Mary, sagt "es gab einen Polizeiangriff. Eine Menge Leute rannten in unsere Richtung. Eine Frau die erste Hilfe gab stand der Menge im Weg". Die rennenden Leute seien um sie herum gegangen als sie einen Mann am Boden liegend sahen.

Ein anderer Demonstrant hatte bereits 999 angerufen und bekam medizinische Anweisungen von der Notfallzentrale. "Vier Polizisten mit zwei Polizeisanitätern kamen. Sie sagten ihr [der erste Hilfe Leistenden] sie solle 'weiter gehen'.", sagt Peter Apps. "Dann haben sie sie mit Gewalt von ihm weggestoßen. Sie ignorierten sie völlig [die erste Hilfe Leistende] als sie versuchte, ihnen seinen Zustand zu erklären."

Die erste Hilfe Leistende, welche nicht bei ihrem Namen genannt werden will, sagt "Die Polizisten haben den zusammengebrochenen Mann umringt. Ich stand bei der Person, welche 999 angerufen hat. Die Notrufzentrale wollte mit der Polizei reden, das Handy wurde ihnen hingehalten, aber von der Polizei abgelehnt."

Eine andere Zeugin, Elias Stoakes, fügt hinzu: "Wir sahen sie [die Polizei] keine CPR [lebensrettende Sofortmaßnahmen] durchführen."

Andere Leute, welche versucht hatten, bei dem Zusammengebrochenen zu bleiben wurden ebenfalls weggeschubst.

Alle Zeugen widersprechen der Aussage, dass viele Wurfgeschosse geworfen wurden.

Peter Apps meint dazu, dass "eine Flasche geworfen wurde, aber sie kam nicht nah an die Polizei. Nichts wurde mehr geworfen, als andere Demonstranten die Person aufforderten, damit aufzuhören. Die Person welche die Flasche geworfen hat hat wahrscheinlich nicht realisiert, dass jemand hinter dem Ring aus Polizei ist." Alle Zeugen sagen, dass der Demonstrant besorgt um das Wohlergehen des Zusammengebrochenen war als er verstand, dass dort eine verletzte Person liegt.

Natalie Langford sagte "Als die Ambulanz eintraf gaben die Demonstranten sofort den Weg frei."

Diese Zeugen sind dazu bereit, den Medien Statements zu liefern.

Sie können erreicht werden über die Presse-Kontakt-Email g20witnesses@gmail.com

Source: http://de.indymedia.org/2009/04/246032.shtml